Zum allerersten Mal fand am 19.02.2026 in Windach ein Bürgermeister-Duell statt – initiiert von Bündnis 90 Die Grüne / BiLo sowie den weiteren Wählergemeinschaften ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten. Ziel war es, eine sachliche, transparente und respektvolle Plattform für den Austausch zu schaffen – und genau das wurde an diesem Abend im Saal des Schlossgasthofes auch ermöglicht. Eine Bühne und drei Sessel dienten als Podium und stellten die beiden Kandidaten ins Zentrum und Rampenlicht des Abends.
Überwältigendes Interesse
Der Andrang am Donnerstagabend war überwältigend: Über 160 Bürgerinnen und Bürger füllten den Saal bis auf den letzten Platz. Teilweise saßen Gäste sogar auf dem Boden, um die Diskussion live mitverfolgen zu können und ihre Fragen zu stellen. Das große Interesse zeigte deutlich, wie sehr die Menschen in Windach die Zukunft ihrer Gemeinde bewegt – oder aber auch wie unsicher sie sich zu dem damaligen Zeitpunkt noch waren, wen sie nun wählen sollen. Sicherlich wollten viele der Gäste einfach die Gelegenheit nutzen, sich einen persönlichen Eindruck von Christiane Freisleder und Florian Bornhöft zu machen.
Erfahrener Moderator: Christian Klos
Das Duell wurde moderiert durch Christian Klos, der als Journalist des Bayerischen Rundfunks bereits viel Erfahrung mitbrachte und sympathisch durch den Abend führte. Das Format setzte bewusst auf eine moderierte Gesprächsrunde mit klaren Regeln, begrenzten Redezeiten und Publikumsbeteiligung. Nach einer persönlichen Vorstellungsrunde der beiden Bürgermeisterkandidaten folgten thematische Gesprächsblöcke zu zentralen Zukunftsfragen der Gemeinde – von Ortsentwicklung über Verkehr und Infrastruktur bis hin zu Kinderbetreuung, Energie und sozialem Miteinander. Zur Auflockerung gab es aber auch kleine persönliche Schnellfragerunden, in den man etwas über die Kandidaten erfahren konnte. Bei den Fragen aus dem Publikum wiederholten sich die Themen ähnlich wie bei der Bürgerversammlung 2025. Es wurde vor allem thematisiert: Seniorenwohn-Projekte, Nutzungskonzepte für die Klostermühle, Nahwärme, Digitalisierung, Jugendraum oder Ferienbetreuung, Radwege.
Inhaltlich nah beieinander
In der Diskussion war der Redeanteil von Christiane Freisleder etwas höher, inhaltlich lagen aber beide Kandidaten jedoch in vielen Punkten nah beieinander. Unterschiede wurden eher in Nuancen und Herangehensweisen deutlich als in grundsätzlichen Positionen. Gleichzeitig wurde spürbar, dass manche Fragen – insbesondere zu Entscheidungen oder Entwicklungen aus der vergangenen Legislaturperiode – nicht leicht zu beantworten waren. Rückblickend Stellung zu beziehen oder für komplexe Probleme sofort eine konkrete Lösung oder Fehleranalyse zu präsentieren, stellte beide Kandidaten vor Herausforderungen. Dennoch blieb der Austausch sachlich und respektvoll und für eine schwierige Frage zum Thema Gewerbegebiet wurde dann auch direkt nochmal der anwesende „Noch-Bürgermeister“ ans Mikrofon geholt für einen kurzen Faktencheck.
Lebendiger Dialog mit den Windachern
Am Ende entstand kein knallharter Schlagabtausch wie man es auf dem TV gewohnt ist, sondern ein intensiver, lebendiger Dialog mit den Windachern. Das große Interesse, die vielen Fragen und die rege Beteiligung zeigten: Windach diskutiert engagiert, kritisch und mit Blick nach vorne. Nach Ende der Veranstaltung standen beide Kandidaten noch allen Anwesenden weiterhin Rede und Antwort.
Eine gelungene Premiere – und vielleicht der Beginn eines neun Veranstaltungsformats. Das Podium kann in dieser Form sicherlich auch zu anderen Themen einladen. Wir werden rechtzeitig berichten, wenn im Saal wieder diskutiert wird.
Text: Constanze Herrlinger