10 Jahre Hand & Erde – Lokal. Guad. Bio.

Martin Wörishofer und Charlotte Cressy können
mit Stolz auf die erste Dekade zurückblicken

Martin Wörishofer und Charlotte
Cressy mit Leo und Clara
Man muss schon ein bisschen
verrückt sein“, sagten damals
einige, als wir vor zehn Jahren unsere
„Berufskarrieren“ an den Nagel
hängten. Für mich, Martin, war es eine
echte Heimkehr zu meinen Wurzeln
hier in Windach. Gemeinsam mit
Charlotte begannen wir zwischen
Sportplatz und Neugreifenberg,
unsere ersten Beete anzulegen. Heute,
eine Dekade später, blicken wir auf
eine Zeit zurück, die uns so ziemlich
alles abverlangt und gleichzeitig
wahnsinnig viel gegeben hat. Was als
idealistische Idee begann, ist zu
unserem Lebensinhalt geworden.
Doch der Weg von den ersten Anfän-
gen bis zur heutigen Gemüserei war
kein Selbstläufer. In den ersten sechs
Jahren arbeitete immer einer von uns
beiden „nebenher“, um die Familie
abzusichern. Es stecken viel Schweiß,
Tränen und die eine oder andere
hartnäckige Verletzung in diesem
Boden. Aber der Wunsch, in meiner
Heimat etwas Bleibendes zu schaffen
und die Auswirkungen unserer Arbeit
direkt vor der Haustüre wachsen zu
sehen, hat uns immer angetrieben.

Mehr als nur Gemüse:
Ein Ort für Menschen

Hätten wir damals gedacht, dass wir
heute überhaupt Menschen „Lohn und
Brot“ geben würden? Ehrlich gesagt:
Nein. Doch die Gemeinschaft ist mit
uns gewachsen. Mittlerweile sind wir
ein stolzer Ausbildungsbetrieb. In
Summe beschäftigen wir vier Vollzeit-
arbeitskräfte und sichern damit
Familieneinkommen hier in der
Region. Zusätzlich verdienen sich 10
junge Leute bei uns neben der Schule
oder dem Studium etwas dazu. Ein
Punkt ist uns dabei besonders wichtig:
Wir setzen aus Überzeugung auf
Menschen aus der Nachbarschaft.
Statt auf billige Saisonkräfte aus der
Ferne zurückzugreifen, schaffen wir
wertige Arbeitsplätze direkt vor Ort.
Uns ist wichtig, dass unser Team
abends bei den eigenen Familien sein
kann. Soziale Nachhaltigkeit gehört
für uns untrennbar zum Bio-Anbau
dazu.

Lokalität als Antwort
auf globale Krisen

Warum machen wir das alles? Klar, die
Arbeit – von der Verwaltung bis zum
Feld – ist äußerst abwechslungsreich,
spannend und erfüllend. Es macht viel
Spaß, auch wenn oft wenig Zeit für die
Familie bleibt. „Selbst und Ständig“
sagt man ja bekanntlich.
Aber wir tun es auch, weil ein Blick auf
die Statistik die Dringlichkeit zeigt:
Deutschland hat bei Gemüse einen
Selbstversorgungsgrad von nur rund
40 Prozent. Das bedeutet im Umkehr-
schluss, dass stolze 60 Prozent
unseres Gemüses importiert werden
müssen. Aktuelle Schlagzeilen, wie die
Blockaden an der Straße von Hormus
und die damit verbundenen Preisstei-
gerungen, führen uns vor Augen, wie
zerbrechlich globale Lieferketten sind.
Unser Acker ist die Antwort darauf.
Während Standard-Gemüse oft
tausende Kilometer reist, wächst bei
uns alles direkt vor Ihrer Haustüre. Mit
jedem Kopf Salat stärken wir gemein-
sam die Unabhängigkeit unserer
regionalen Lebensmittelversorgung.
Der Vorteil der kurzen Wege ist
unschlagbar: Unser Gemüse kommt
ohne Umwege vom Feld an den Stand.
Da es keine tagelangen Reisen in
Kühl-LKWs hinter sich hat, ist es
maximal knackig und voller Vitamine.
Diese Frische sorgt dafür, dass sich
das Gemüse bei Ihnen zu Hause
deutlich länger hält – ideal für den
Wocheneinkauf.

Einladung zum Blick
hinter die Kulissen

Wir möchten die Transparenz beibe-
halten, die uns seit dem ersten Tag
wichtig war. Deshalb laden wir Sie
herzlich zu unseren Feldführungen
ein, um einmal hinter die Kulissen
und in unsere Bildungsarbeit zu
blicken: Termine: 28.06. und 19.09.
Anmeldung: kontakt@handunderde.de
Auf Wunsch vieler Eltern haben wir
zudem unsere Öffnungszeiten in
Windach angepasst: Münchener Str.
19 – immer freitags von 15:00 bis
18:00 Uhr. Vielen Dank, liebe Kunden,
für 10 Jahre Treue, Vertrauen und die
vielen Gespräche am Stand. Auf die
nächsten 10 Jahre! Wir zeigen zusam-
men, dass sich nachhaltig zu ernähren
gar nicht so schwer ist.

Martin Wörishofer & Charlotte Cressy
samt Familie und Team Hand & Erde
– Windacher Bio-Gemüserei