Wie wollen wir leben, wie wollen wir mobil sein?

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Update CarSharing in Windach

Nach zwei Monaten schon kann die Windacher CarSharing-Initiative auf eine erste positive Bilanz zurückblicken. Inzwischen haben sich 10 Haushalte beim Schondorfer Verein registrieren lassen, darunter auch ein Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft Windach und eine Gruppe der MARO-Wohngemeinschaft. Insgesamt 23 Personen dürfen damit nicht nur das Windacher Carsharing-Auto nutzen, sondern auch noch über die sog. Quernutzung die Fahrzeuge der Schondorfer, Uttinger und Dießener Vereine. Damit das Carsharing-Prinzip in Windach für weitere Nutzer attraktiv wird und tatsächlich Zweit- und Drittwagen abgeschafft werden,braucht es freilich weitere Carsharing-Autos an verschiedenen Standorten in der Gemeinde. Da stellt sich die Henne-Ei-Frage: erst mehr Fahrzeuge und dann mehr Nutzer oder anders rum? Freilich ist es in Corona-Zeiten schwierig, weitere Fahrzeuge auszulasten, weshalb der Schondorfer Verein vorübergehend ein Fahrzeug still- gelegt hat. Gerade deshalb will das Windacher CarSharing-Kernteam im Frühjahr die Werbung intensivieren. Dankenswerterweise hat die Bürgerinitiative Lebendiger Ortskern (BILO) den Druck von Plakaten und Handzetteln finanziert.

Vielleicht fragt sich inzwischen manch ein Gelegenheitsfahrer, ob es wirklich notwendig ist, vor dem Eigenheim ein eigenes Automobil stehen zu haben. Das vielleicht eher Autostabil heißen müsste, weil es mehr steht als fährt. Vielleicht hilft ein Rechenexempel in der folgenden Tabelle, sich mit dem Gedanken des CarSharings anzufreunden. Darin ist eine Kalkulation für zwei Beispielfahrten abgebildet (Nutzungsgebühr 1 €/h tagsüber, 0,25 €/h nachts; Kilometeransatz 0,3 €/km):

Beispiel I Beispiel II
Sonntagsausflug 8-16:00 8€ Abendtermin 19-23:00 1,75€
140 km 42€ 60 km 18€
Kosten 50€ Kosten 19,75€
Kosten jährlich (1 Fahrt wöchentlich) 2.600€ Kosten jährlich (1 Fahrt wöchentlich) 1.040€

Die Kosten für beide Trips sind also tatsächlich überschaubar. Wenn man annimmt, dass man – großzügig geplant – einmal wöchentlich einen größeren Ausflug und eine kürzere Fahrt unternimmt, kommt man auf Gesamtkosten von 3640 €, was immer noch billiger ist als die pauschal mit 4000 € jährlich für einen PkW veranschlag- ten Kosten, die in der Regel weit tiefer geschätzt werden (siehe Rechnungen des Bundesverbands Carsharing www.carsharing.de ).

Das Windacher CarSharing-Fahrzeug parkt und „tankt“ im Schlosspark. Es handelt sich um einen Renault Zoe der neuesten Generation mit 52 kWh- Batterie und knapp 400 km Reichweite. Dank eines intelligenten Ladekabels braucht man im Verbund eCharge+ von innogy keine Ladekarte.

Inzwischen haben die Windacher Autoteiler-Pioniere erste Erfahrungen mit dem Renault-Zoe gemacht. Fast immer verlaufen Übergabe und Ladung reibungslos. Zwar braucht es etwas Gelassenheit, um mit der sog. Reichweiten-Angst bei kalten Temperaturen umzugehen. Aber immerhin hat der Renault Zoe bereits eine Langstrecke bis nach Zürich über die Jahreswende bewältigt. Fazit: Das Fahren mit dem Elektro-Auto ist anders, macht viel Spaß und liefert ein gutes Gewissen für die Umwelt. Das Windacher Car-Sharing-Team freut sich auf neue In- teressent*innen.

Wer sich erst mal grundsätzlicher über die E-Mobilität und auch Wasserstoff-Lösungen informieren will, dem sei eine Online-Seminarreihe ab dem 9. März bei der Volkshochschule empfohlen: www.vhs-starnberger-see.de/verbraucherbildung

Können Sie sich vorstellen, Teil dieser Windacher Auto- teiler-Gemeinschaft zu werden? Dann melden Sie sich unter cw-mitglieder@mobi-ll.de Nähere Infos finden Sie auch unter www.mobi-ll.de/carsharing/schondorf/

Josefine Anderer