Werkstattfest in Schöffelding am 3. Oktober abgesagt

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Corona-Maßnahmen nehmen überhand: Das Werkstattfest mit Jazz-Matinee im Schöffeldinger Keramik-Atelier von Rita Roth muss leider ausfallen, und damit auch die Werkstatteröffnung „Polsterwerk und Gemaltes von Bianka Pröll“ (Werkstattfest)

Die Gemeinde Windach hat sich sehr bemüht, die coronabedingten Probleme bei den Genehmigungen zu überwinden und konnte letztlich grünes Licht geben. Dennoch: Statt sich um die Präsentation von Kunst und Handwerk zu kümmern, ging es für die Veranstalter zuletzt fast nur noch darum, sich möglichst fehlerfrei durch den Paragraphendschungel zu bewegen.

Töpfermeisterin Rita Roth: „Seit zwölf Jahren haben wir jedes Jahr einen Markt fürs Kunsthandwerk veranstaltet. Doch diesmal ist die Freude an einem Fest mit Musik und schönen Dingen immer weiter in den Hintergrund gerückt“.

So musste zum Beispiel das kleine Jazz-Konzert mit einer Sängerin und einem Gitarristen als eigene Veranstaltung genehmigt werden. Die Folge: Alle Zuhörer sollten namentlich und mit Adresse registriert werden und nach der Musikdarbietung im Gänsemarsch mit 1,5 Metern Abstand das Gelände auf der einen Seite verlassen… nur um sich auf der anderen Seite des Areals erneut anzustellen und zu registrieren, um wieder Einlass zu bekommen. Das durfte aber nicht geschehen, ehe nicht der letzte Konzertbesucher das Gelände verlassen hätte. Und natürlich müsse der Veranstalter garantieren, dass am Einlass kein Stau entstünde, zugleich aber Stühle und Sonstiges desinfizieren. Zur Stauvermeidung schlug das Landratsamt vor, den Einlass dann auf solche Leute zu beschränken, die sich online angemeldet hätten… logischerweise mit möglichst genauer Angabe für welchen Zeitpunkt.

Die drei Werkstätten wären strikt zu überwachen gewesen: pro 10 Quadratmeter Fläche ein Besucher. Einlass für einen Gast immer nur, wenn am anderen Ende ein anderer den Saal verlässt. „Das müssen Sie mit Ordnern sicherstellen, aber bitte, ohne dass vor der Tür Andrang herrscht“, lautete eine der Anweisungen. Und selbstverständlich wäre der Veranstalter verantwortlich dafür, dass alle eine Maske tragen. Sonst: 5000 Euro Bußgeld.

Das alles und noch viel mehr geht aus der Interpretation der „Sechsten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (6. BayIfSMV) vom 19. Juni 2020 hervor – zuletzt durch die Verordnung vom 17. September 2020 geändert.

Rita Roth: „Am besten studiert man erstmal Jura, um kein Bußgeld zu riskieren. Man kann nur hoffen, dass sich die Situation bis zum Frühjahr normalisiert hat. Dann veranstalten wir in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Windach  am 1. Mai wieder ein fröhliches Werkstattfest  – natürlich mit Jazz-Matinee“.