Unser Windachtal

Aufrufe: 41

Liebe Leserinnen und Leser,

Ein aufgewühlter Goggolori besuchte mich am 25. Juli und wollte unbedingt mit mir sprechen.

Er hatte am Vortage beobachtet, wie Bürgermeister Michl mit Gemeinderätin Pontius als Vertreterin der Interessengemeinschaft „Unser Windachtal“ und zwei weiteren Personen auf dem Windachtal-Pfad Informationstafeln zum Schutz von Pflanzen und Tieren aufgestellt hatten.

Nach unserem Gespräch bat er mich, darüber einen Beitrag in der August-Zeitschrift zu veröffentlichen, damit alle Windacher Bürger darüber informiert werden.

Reiner Lekar

Im Gespräch: Goggolori und Lekar am 25. Juli 2021

Gesprächsnotizen:

Goggolori: Was ist passiert, dass nun konkrete Maßnahmen ergriffen werden, um das seit vielen Jahren definierte Windachtal-Schutzgebiet endlich auch den Menschen bekannt zu machen? Mir war immer schon klar, dass die Menschen nur etwas wertschätzen/schützen können, was ihnen bekannt ist.

Lekar: Lieber Goggolori, ich bin Deiner Meinung. Ich  wohne  seit  mehr als 40 Jahren in Windach und habe erst vor ein paar Monaten erfahren, dass das Windachtal als FFH-Gebiet und Natura 2000-Gebiet unter besonderem Schutz steht. Ich habe z.B. mit meinen Enkelkindern  an  und in der Windach gespielt und sicherlich unwissentlich manche Stress-Situation für Tiere verursacht. Ich sehe das Tal jetzt mit anderen Augen. So geht es vielen Menschen, die Situation verfolgen und bei Bedarf zusätzliche Maßnahmen ergreifen.

BM Michl mit zwei Helfern beim Aufstellen der neuen Schilder

 

Zu Deiner Frage zu Verkehrsschildern am Wendehammer folgende Information: In  diesem  Jahr  wird  es in Windach erstmalig eine Verkehrsüberwachung für den ruhenden Verkehr und entsprechende finanzielle Konsequenzen für Falschparker geben. Du siehst, es  bewegt  sich  was, gut Ding braucht Weile!

Goggolori: Du hast die Gemeinde Windach als treibende Kraft genannt, die sich verstärkt für den Schutz des Windachtals einsetzen wird.  Kannst Du mehr darüber sagen?

Lekar: Schon im Mai 2021 hat der Gemeinderat beschlossen, ein Gesamtkonzept zu erstellen, um sowohl der Naherholung der Bürger, der in den vergangenen Monaten viel Neues aus dem Windachtal erfahren haben und gerne bereit sind, mit Freude und Eifer ihren Beitrag zum Schutz und Erhalt der Natur beizutragen.

Goggolori: Ich habe meine Zweifel! Am Ortsrand von Windach in Richtung Wendehammer stehen seit Jahren Verkehrsschilder, die von vielenAutofahrern ignoriert werden. Wie  will  man  sicherstellen,  dass  ausgerechnet die neuen Infoschilder Beachtung finden?

Lekar: Ein Großteil der Menschen wird  vernünftig  sein und den Mehrwert durch die gewünschten Verhaltens- regeln sehen. Die Gemeinde unddie Interessengemeinschaft „Unser Windachtal“  als  treibende  Kräfte  werden mit vielen weiteren Unterstützern die Entwicklung der Waldbewirtschaftung und der Umsetzung der FFH-Naturschutzrichtlinien gerecht zu werden („Einklang von Na- turschutz und Naturnutz“).

Die Herausforderungen sind u.a.:

-Aufklärung der Radfahrer und Motocrosser über das bestehende gesetzl. Verbot, auf sog. „nicht geeigneten Wegen“ wie dies im Windachtalder Fall ist, unterwegs  zu sein.

-Vermeidung eines neuen Wege-Fußpfadnetzes

-freilaufende Hunde

-Information und Erklärung über  die  Einrichtung  von evtl. temporärer Schutzzonen an drei besonders sensiblen Bereichen

-die Regulierung und der Lenkung der wachsenden An zahl von Besuchern

-eine Lösung der angespannten Parksituation

Dazu tagt regelmäßig der  Umweltausschuss der  Gemein- de Windach, um über den neuesten Stand der Entwicklungen informiert zu  werden,  von  den  Lösungsvorschlägen zu erfahren und der Durchführung einzelner Maßnahmen zuzustimmen.

Das Anbringen von Hinweisschildern am 24. Juli ist die Umsetzung von ersten konkreten Maßnahmen, die am 14. Juli auf der Ausschuss-Sitzung beschlossen wurden.

Zwei der neuen Schilder

Goggolori: Welche Rolle spielt dabei die Interessengemeinschaft „Unser Windachtal“?

Lekar: Die bereits im April 2021 gegründete Interessengemeinschaft (mit den Gründungsmitgliedern Michaela Hofmann, Jan Klingberg, Sabine Leitner, Helge Lindenmüller, Ute Pontius und Sibylle Reiter aus Finning und Windach) hat in kürzester Zeit viele weitere Mitglieder gewonnen und verschiedene Initiativen ergriffen, um die vielschichtigen Probleme darzustellen und Lösungen zu erarbeiten. Dabei stand sie in stetigem Kontakt und Austausch mit der Gemeinde, die die IG von Anfang an unterstützt hat.

Es wurden mehrere Begehungen im Windachtal mit der Unteren Naturschutzbehörde, mit dem AELF (Amt für Ernährung, Landwirtschaft undForsten), mit Naturschutzverbänden und weiteren Interessengruppen durch- geführt. Es gab Besuche von diversen Experten wie Ornithologen und Biologen, auch ein „Runder Tisch“ mit den Waldbesitzern fand statt.

Erste Ergebnisse sind:

-Es besteht das Einvernehmen aller Beteiligten, das Windachtal als besonderen Lebensraum für eine Vielzahl von seltenen und bedrohten Tierenund Pflanzen zu er- halten.

-Es erfolgten Kartierung von über 30 verschiedenen Vogelarten, von bedrohten Pflanzen und Tieren und von möglichen Schutzzonen(Brutstätten, Laichplätze)

-Herstellung und Aufstellung der ersten provisorischen Hinweisschilder.

Mittelfristige und —–

Goggolori: Halt!! halt!! Du  hast  mir  so  viele  unglaub- liche Sachen erzählt,  mein  kleines  Goggolori-Hirn  kann das alles garnicht so schnellerfassen. Ich will jetzt sofort zu meinen Tieren und Pflanzen, um ihnen die erfreulichen Neuigkeiten mitzuteilen! Über mittelfristige Pläne kannst Du mir bei unserem nächsten „eckigen Tisch-Treffen“ im Oktober erzählen (und schwupp, weg war er).

Text. Reiner Lekar Fotos: B. Lekar, Ute Pontius