Schutzmasken für Isola Rizza

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Wie der Windacher Förderverein die Partnergemeinde in Venetien unterstützt

„Cari Amici di Windach“, so beginnt das Schreiben, mit dem sich Dr. Patrizia Tognella aus Isola Rizza herzlich bei den Windacher Freunden für die Übersendung dringend benötigter Schutzmasken bedankt. „Im Namen aller medizinischen Berufsgruppen von Isola Rizza (Ärzte, Pflegepersonal und Sekretärinnen) übersende ich Euch ein riesiges Dankeschön. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie tief uns Eure Nähe in dieser schwierigen Zeit bewegt hat. Eure Geste ist eine Hilfe für all die Einwohner Isola Rizzas, die sich Tag täglich in unserer Ambulanz vorstellen.“ Michael Keil, seit fünf Jahren Vorstand des Windacher Fördervereins Isola Rizza, hat den Text für uns übersetzt. Er freut sich riesig, dass das Paket in der Partnergemeinde gut angekommen ist – und das in doppeltem Sinne.

Er hatte sich mit den Vorstandskollegen und aktiven Vereinsmitgliedern beraten, wie man den Menschen der befreundeten Gemeinde im norditalienischen Venetien am besten helfen könnte. Bekanntlich kamen gerade aus dieser Region zu Beginn der Krise besonders dramatische Meldungen und herrschte großer Mangel an Schutzausrüstung. Ein Anruf bei Mauro, wie seine Freunde den italienischen „Patrone“ der Gemeinschaft, Maurizio Taddei, nennen, machte klar: Am dringendsten fehlen Schutzmasken für das „Centro Medico“, nicht die „normalen“, sondern mit hoher Schutzklasse wie für den Einsatz von medizinischem Personal notwendig. Die Beschaffung auf dem freien Markt war nicht einfach, zumal zum Zeitpunkt der Bestellung entsprechende Produktionen gerade erst anliefen. Dennoch gelang es dem Förderverein, 250 Stück der begehrten FFP2 Masken zu besorgen. Nach Eintreffen wurde die kostbare Fracht bei Michael Keil daheim verpackt und vorbereitet (unser Foto zeigt die Helfer) und zur Windacher Poststelle gebracht. Wenige Tage später kam schon die Nachricht über den Eingang des Paketes aus Isola Rizza und das Foto vom Eintreffen der Masken bei Dr. Patrizia Tognella im Centro Medico.

 

Ein Herzensgruß aus Windach nach Isola Rizza:

Die „Paketpacker“ des Fördervereins

v.l.n.r.: Christiane Freisleder, Carmen Keil, Michael Keil, Erich Mensing

Wohnzimmeraktion:
Michael Keil macht das Hilfspaket mit den Schutzmasken fertig

„In der Not erkennt man den wahren Freund“ schrieb die Ärztin und bestätigt damit das enge Band, das noch immer zwischen dem Windacher Förderverein und den Freunden in Venetien besteht. „Wir wollten einfach ausdrücken, dass wir für unsere Partnergemeinde auch in schlechten Zeiten da sind“, so Michael Keil über die Hilfsaktion. Alle anderen Projekte mussten wegen der Coronakrise verschoben werden. Wie er berichtet, wollte zuletzt im März eine Gruppe von jungen Fußballern, trainiert von Bernhard Uhr, nach Isola Rizza fahren. Und zur geplanten Einweihungsfeier des neuen Sportheims Windach – die ebenfalls vertagt wurde – war natürlich auch eine Abordnung der italienischen Freunde eingeladen. Leider, leider wird die beliebte „Italienische Nacht“, das Highlight im Jahresprogramm des Fördervereins, das jeden Sommer Gäste aus nah und fern in unseren schönen Schlosspark lockt, wie alle anderen Feste ausfallen müssen.

 

 

 

 

 

 

 

Freundlicher Gruß von Gemeinde zu Gemeinde

Die Verbindung zwischen Windach und Isola Rizza besteht seit Mitte der 1980er Jahre und begründet sich auf Geschäftskontakte zwischen der Spedition Michl und dem Hause Maurizio Taddei. Später wurden die beiderseitigen Aktivitäten – wie zum Beispiel die Fußballspiele – durch die Gründung des Fördervereins auf offzieller Ebene weitergeführt. Auch heute festigen die sportlichen Verbindungen und Aktivitäten die Freundschaft von Eltern und Jugendlichen. Um diese über Jahre und Jahrzehnte immer wieder neu mit Leben zu erfüllen, bedarf es vielseitigen Engagements – ehrenamtlich, versteht sich. Deshalb wünschen sich auch Michael Keil und seine Mitstreiter (mit ihm im Vorstand sind Norbert Schröder, Christiane Freisleder und Schriftführerin Verena von Grandidier) mehr Unterstützung bei der Organisation der bereits erwähnten „Italienischen Nacht“, die eine große Herausforderung für den Verein darstellt und die Grenzen der personellen Kapazitäten eigentlich längst überschreitet.

 

Im Centro Medico in Isola Rizza: Die Ärztinnen nehmen die Lieferung der Schutzmasken in Empfang, rechts Dr. Patrizia Tognella

Wer also im nächsten Jahr mithelfen will, ist jederzeit gerne willkommen! Das fröhliche Fest mit italienischer Musik, Pizza, Pasta und Vino soll nicht nur der Pflege italienischen Lebensstils dienen, sondern auch die Finanzierung von Verpflichtungen sichern. „Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn es im nächsten Jahr wieder klappt und wir auch bald unsere italienischen Freunde wiedersehen können“, so Michael Keil. Den Wahl- Windacher und gelernten Mediziner verbindet übrigens mehr als nur die- ses Ehrenamt mit Italien. Seine Stiefmutter stammt von dort und außerdem verbrachte er Studienjahre in Padua! Der regelmäßige Austausch mit Mauro und den anderen kann also in deren Muttersprache stattfinden. Cari Amici di Isola Rizza….

Petra Bäuerle