Neue Pläne für die Alte Klostermühle in Windach:

Aufrufe: 56

„Einen Ort schaffen, an dem der Mensch sich wohl fühlt“

Eine rosige Zukunft steht der Klostermühle in der Schützenstrasse bevor – zumindest, wenn es nach den Vorstellungen ihres neuen Besitzers geht.

Bereits im Sommer übergab Vorbesitzer Konrad Schwingenstein die Schlüssel für das Mühlenhaus an Rüdiger J. Veith. Damit besitzt der Geschäftsmann und Musikproduzent nun Wohn- und Mühlenhaus auf dem Areal der ehemaligen Klostermühle. Die Ausstrahlungskraft des Ensembles habe ihn überzeugt, auch wenn er schon mal gefragt wurde, warum er denn so einen „alten Kasten“ kaufe.

Rüdiger J. Veith, der lange in Eichenau zu Hause war, ist Geschäftsführer der „Deutschen Pop“, einer privaten Ausbildungsakademie für Musik und Medien mit Standorten im In- und Ausland.

Selbst Musiker und seit 35 Jahren in der Kreativbranche tätig, ist Veith davon überzeugt, dass kreatives Schaffen auch eine inspirierende Umgebung benötigt. Außergewöhnliche Gebäude für die Akademie gehören für ihn deshalb zum Konzept. Wie zum Beispiel der Standort „Brotfabrik“ in Wien, ein ehemaliges Fabrikgelände und heute ein modernes Zentrum für Kunst und Kultur.

Aber auch jenseits der Akademie gilt sein Interesse besonderen Immobilien, mit denen man besondere Lebens- und Kulturkonzepte umsetzen kann. Das Wohngebäude der Klostermühle erwarb Herr Veith bereits vor zwei Jahren, sein erster Plan, es in einen modernen Tagungsort umzubauen, wurde 2018 allerdings vom Gemeinderat abgelehnt. Mit dem Mühlenhaus, das in den letzten Jahren nur vereinzelt für Kulturveranstaltungen und Privatfeiern genutzt worden war und sonst leer stand, bieten sich nun ganz neue Möglichkeiten der Nutzung.

Wenn Rüdiger Veith von der Zukunft der Mühle spricht, sprudeln die Ideen: Generationenübergreifendes Wohnen, ein Boutiquehotel, aber auch ein Tagescafe mit Kulturangeboten sei angedacht. In jedem Fall aber solle eine Lösung gefunden werden, die eine Bereicherung für den Ort darstelle und von der Bevölkerung genutzt werden könne.

Die beiden Gebäude möchte er nach jahrzehntelanger Trennung wieder zusammenzuführen, Durchblicke von Haus zu Haus schaffen, Garten und Natur einbinden, den Charme der alten Anlage dabei, wo nötig, mit moderner Architektur verbinden.
Das Areal sei allerdings schon sehr anspruchsvoll, sowohl von der Bausubstanz als auch von den Außenanlagen. Das Fehlen von Brandschutz und Heizung erfordert eine komplexe Instandsetzung, um das Kraftwerk am Bach zu erhalten, müsste es aufwändig saniert werden. Es koste zudem viel Zeit und Mühe, die richtigen Fachleute für die Arbeiten an einer solchen Immobilie zu finden.

Seit Monaten wird von dem Team rund um Herrn Veith eine Konzeptstudie zu Bebauungs- und Nutzungsvarianten erstellt. Was tatsächlich baurechtlich möglich und gewünscht ist und dem Ort zuträglich ist, wird derzeit mit Bürgermeistern und Bauamtsleiter sowie dem Wasserwirtschaftsamt abgestimmt.

Kommendes Jahr soll das Konzept dann bauantragsreif formuliert werden.Man darf gespannt sein, welche Ideen letztendlich verwirklicht werden können. In jedem Fall ist es eine Chance für die Gemeinde, sich für ein Projekt stark zu machen, das Bewegung, Begegnung und sogar modernes Kulturschaffen in Windach möglich macht. Das wunderbare Mühlenhaus, dieser ganz besondere Ort mit seiner wechselvollen Geschichte hat die beste Behandlung und eine lebendige Zukunft jedenfalls verdient!

Das Gespräch mit Rüdiger J. Veith führte

Bettina Buschbeck