Energie- und Klimamanagement Windach

Bilanz der Aktivitäten nach einem Jahr

Klimamanager Dr. Daniel Gehr berichtet über die zahlreichen Aktivitäten und Planungen

Nach einem Jahr Energie- und Klimamanagement in der Gemeinde Windach kristallisierten sich verschiedene Handlungsfelder, die alle bearbeitet wurden, heraus. Es gab regelmäßige Besuche und inhaltliche Eingaben im Windacher Gemeinderat und im Umwelt-Energie-Gewerbe-Ausschuss.

Erneuerbare Energien

Das auch bundespolitisch heiße Thema der Wärmeversorgung war das ganze Jahr in verschiedenen Projekten präsent. Beginnend bei der Beantragung und Ausschreibung der kommunalen Wärmeplanung für die gesamte Verwaltungsgemeinschaft (VG) Windach über die Unterstützung zum Gelingen der fossilfreien Nahwärmeversorgung in Hechenwang bis hin zum großen interkommunalen Wärmethema, der Untersuchung der Möglichkeiten der Nutzung von Tiefengeothermie, war viel zu tun. Im Bereich Tiefengeothermie wurde eine sehr aktive interkommunale Projektgruppe mit Vertretern aus den Gemeinderäten Finning und Windach ins Leben gerufen.

Potenzialanalyse Photovoltaik

Im Bereich Photovoltaik wurde eine Potenzialanalyse der kommunalen Dachflächen vorgenommen und dabei ein erstes Projekt am Hochbehälter in Zusammenarbeit mit den Gemeindewerken erfolgreich umgesetzt. Weitere Dächer warten nun auf statische Untersuchungen und Aussagen des Denkmalschutzes. Ein Förderprogramm der Gemeinde für Balkonsolaranlagen wurde ins Leben gerufen.

Windenergie für Windach?

Sehr früh kam nach Beantragung im Januar die Zusage des Freistaats, die Gemeinde Windach mittels des Windkümmerers zu unterstützen. Seitdem berät die Energieagentur Ebersberg München die Gemeinde ergebnisoffen zu Potenzialflächen und möglichen Vorgehensweisen. Aktuell liegt hier alles aufgrund militärischer Belange (Fliegerhorst Lechfeld) auf Eis. Eine informelle Voranfrage ist beim Bundesamt für Infrastruktur Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr gestellt, ob Potenzialflächen einer ersten Analyse aus militärischer Sicht machbar sind. Eine Antwort steht aus (Stand: 11.01.2024). Sollten die Windideen weitergespielt werden können, wird es auf jeden Fall zeitnah Informationsveranstaltungen geben und auf Umweltbelange und Bürgerbeteiligung großer Wert gelegt.

Zum Thema Verkehr

Im Bereich Verkehr wurde der Ableger des bestehenden CarSharing Vereins unterstützt, was Öffentlichkeitsarbeit angeht, aber auch in beratender Form zu Fahrzeugauswahl und Beantragung der THG-Quote für E-Fahrzeuge. Obendrein wurde eine geeignete Wallbox für den Standort Schöffelding ausgewählt. Inzwischen gibt es mit dem Standort Schöffelding am Feuerwehrhaus ein zweites Elektrofahrzeug im öffentlichen CarSharing innerhalb der Gemeinde.

Seit Mitte Dezember gibt es erste öffentliche Ladestationen für Elektroautos im Merowingerweg. Die finale Inbetriebnahme der vier Ladepunkte wurde mit den Gemeindewerken und dem Installationsbetrieb koordiniert. Am Schlossmarkt soll bald eine weitere öffentliche Lademöglichkeit im Ortszentrum folgen.

Bei der Straßenbeleuchtung ist noch einiges zu tun. Gerade im Ort Windach sind viele Leuchtstellen noch nicht stromsparend und insektenfreundlich auf LED umgestellt. Gemeinsam mit dem Bauamt wurde ein LED-Check durch die Energievision Franken initiiert, welcher Anfang 2024 in Gemeinderat vorgestellt werden soll. Parallel dazu wurden Am Kellerberg erste Leuchtstellen als modellhafte Anschauungsobjekte mit verschiedenen LED-Leuchtköpfen probeweise umgestellt.

Klimaschutz/ -anpassung

Ein Hochwasseraudit wurde nach Förderantragstellung beim Wasserwirtschaftsamt Weilheim in Auftrag gegeben. Dabei sollen im Mai 2024 die organisatorischen Strukturen innerhalb der Gemeinde im Falle einer Überflutung durch Starkregenereignisse oder die Windach von externen Experten durchleuchtet werden.

Ein großer Hebel im Bereich Klimaschutz und -anpassung findet sich im Bau. So wurde im Oktober ein Workshop des Gemeinderats zu künftigen Bebauungsplänen inhaltlich beratend begleitet.

Umweltthemen

Im Bereich Umwelt/Umweltschutz wurde am runden Tisch zur Vorstellung des Managementplanentwurfs für das FFH-Gebiet „Windach“ teilgenommen. Ferner gab es verschiedene Aktivitäten zum Wegekonzept Windachtal. Teilgenommen wurde an Terminen zum Thema Ökokonto/Ausgleichsflächen.

Bildung

Früh wurde der Kontakt zur Grundschule am Ort gesucht. Die Schulleiterin installierte im Schuljahr 23/24 eine Umwelt-AG der Drittklässler, welche regelmäßig besucht und unterstützt wird. Bereits im Frühjahr konnte im Klimabüro ein erster Schülerpraktikant begrüßt und betreut werden. Es handelte sich um einen Schüler der neunten Jahrgangsstufe des Gymnasiums Mering, welcher für zwei Wochen in das berufliche Feld von Energiewende und Klimaschutz schnuppern konnte und dabei tatkräftig unterstützte.

Öffentlichkeitsarbeit

Das Energie- und Klimamanagement ist Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde. Die meisten Anfragen liefen tatsächlich in Bezug auf Heizung ein.

Ein eigenes Logo wurde erstellt. Dieses ziert z. B. Einträge in sozialen Medien (Instagram, LinkedIn). Pressemeldungen für die lokalen Zeitungen (Landsberger Tagblatt, Kreisbote) werden bei Bedarf verfasst und Presseanfragen bearbeitet. „Der Windacher“ publiziert auch regelmäßig eigens verfasste Beiträge.

Im Juni wurde beim Windacher Nachhaltigkeitsfest im Schlosspark ein Infostand angeboten. Hier wurde zu den laufenden Aktivitäten informiert. Dabei kam es zu einigen guten Gesprächen zum Thema Energie, Klima und Nachhaltigkeit.

Netzwerk

Innerhalb der Gemeinde, interkommunal, im Landkreis Landsberg und darüber hinaus wurde ein Netzwerk etabliert, um im beständigen Austausch Sachthemen zu besprechen und voranzubringen. Regelmäßiger Kontakt besteht zu den Gemeindewerken Windach, LENA e. V., dem Klimaschutznetzwerk im Landkreis Landsberg, Augsburg und ins Allgäu, mit der landkreisübergreifenden Klimaagentur Klima³, dem Arbeitskreis Nachhaltiges Windach (AKNW), verschiedenen Windacher Gemeinderäten. Der Austausch mit der lokalen Forst- und Landwirtschaft wurde auch etabliert. Interkommunal bestehen Kontakte mit den beiden anderen Gemeinden der VG Windach, ins Fuchstal zu Bürgermeister Erwin Karg, nach Thaining, Schwifting, in die Ammerseegemeindenund zum Landsberger Forstamt. Weiter zu erwähnen wäre der Kontakt zur Bürgerenergiegenossenschaft der VR-Bank Landsberg. Windach ist seit Oktober auch Mitglied im Netzwerk Klimapositive Städte und Gemeinden.

Förderungen

Auch finanziell zahlte sich die Einrichtung der Stelle des Energie- und Klimamanagers für die Gemeinde aus. Förderungen in Höhe von insgesamt über € 100.000 vor allem von Bund und Freistaat konnten für kommunale Wärmeplanung, Windkümmerer, Wärmenetzplanung Hechenwang, Hochwasseraudit oder die Ladesäule am Schlossmarkt durch Initiativen aus dem Energie- und Klimamanagement erfolgreich eingeworben werden.