Eine Frau an der Spitze des Vereins

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Das war Rettung in letzter Minute: Frauke Boß übernimmt das Amt des Vorstands bei den Sportfreunden Windach. Wir geben zum Amtswechsel das Wort an Manfred Schöller…

Der alte und der neue Vorstand (v.l.). Martin Sekura (neuer 2. Vorstand), Ramona Süppel (neue Kassen- prüferin), John Buchmaier (ehemaliger 2. Vorstand), Frauke Boß (neuer 1. Vorstand) und Manfred Schöller (ehemaliger 1. Vorstand)

So, nach fast zwei Jahren Suche, haben wir es nun endlich geschafft. Es gibt einen neuen, bzw. eine neue Vorständin. Mit Frauke Boß haben wir eine zielstrebige neue Leitung des Vereins. Jede(r), der/die ihre Antritts- rede bei der Versammlung gehört hat, wird dies unterschreiben. Mit„jugendlichen“ 69 Lenzen steht sie mitten im Leben, möchte dem Ver- ein und den Windachern aus persönlichen Gründen etwas zurückgeben.

Eigentlich hatte sie sich schon einige Wochen vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung vorgenommen, den Vorsitz des Vereins zu über-nehmen. Die Wurfsendung mit einem letzten Hilferuf des Vereins gaben dann den Ausschlag. Für die Ausarbeitung möchte ich mich herzlich bei Gabi Michl und Astrid Uhr bedanken, sowie bei allen, die geholfen haben.

Frauke übernimmt den Vorsitz vorerst bis zur kommenden Jahreshaupt- versammlung, da der Posten laut regulärem Wahlmodus wieder zur Wahl steht. Ich bitte alle Mitglieder und Postenträger, sie in allen Belangen zu unterstützen.

Martin Sekura wird 2. Vorstand

Genauso wichtig war für den Verein die Nachfolge unseres 2. Vorstandes, John Buchmaier. Dieses Mal meldete sich mit Martin Sekura – ebenfalls nach einigen Vorgesprächen – kein Unbekannter für diesen Posten. So hat Martin sowohl das Amt des Abteilungsleiters Freizeitfußball als auch das des 1. Kassenprüfers inne. Nachdem er sich als Kassenprüfer schlecht selbst entlasten kann, mussten wir hier auch dieses Amt neu besetzen. Ohne lange nachzudenken sprang mit Ramona Süppel die Frau unseres regulär neu gewählten Vereinsjugendleiters Michél Süppel auf und stellte sich spontan zur Verfügung.

Dank an die neuen und alten Verantwortlichen

Ich möchte mich bei allen bedanken, die sich in beiden Versammlungen für die vakanten Posten zur Verfügung gestellt haben. Ebenfalls geht mein Dank an diejenigen, die bis dato diese Ämter inne hatten und mit mir den Verein in den letzten 12 Jahren geleitet haben. An erster Stelle mein Vize John, der eine Unmenge an Stunden alleine in die Planung und Verwirklichung des Sportheimes gesteckt hat. Ohne seine maßgebliche Unterstützung hätte ich dieses Projekt niemals realisieren können. Das Gleiche gilt auch für Winni Fichtl, der ebenfalls maßgeblich am Neubau be- teiligt war, als auch für alle anderen, die weiterhin ihre Posten im Verein ausüben. Letztlich denke ich, dass wir alle unsere Sache gut gemacht haben und erwarte auch für die Zukunft nicht weniger.

John und ich hoffen, dass wir nun etwas mehr Zeit für die Familie haben werden. Wobei man nach so langer Zeit nicht einfach aufhören kann. John wird seine Mannschaft weiter trainieren, das Schlüsselwesen und den Hallenbelegungsplan managen. Ich kümmere mich weiter um die Verpachtung und Belegung unseres neuen Gymnastikraumes.

Nachdem ich es dann doch noch erleben durfte, unsere JHV im eigenen Vereinsheim abzuhalten, freuen wir uns auf die erste Vorstands-Weihnachtsfeier in der eigenen Vereinsgaststätte.

Abschließend wünsche ich Frauke und Martin als neue Führungs-Spitze des Vereins und auch allen unseren Mitgliedern alles Gute und viel Erfolg.

Manfred Schöller Ex-Vorstand Sportfreunde Windach

„Ich möchte ein Miteinander aller!“ Die neuen Vorständin Frauke Boß setzt auf Teamarbeit und Fair Play

Mit ihrer Rede bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 16. September im Vereinsheim eroberte sie die Herzen und Stimmen der Anwesedden. Frauke Boß hatte die Wochen zuvor hin und her überlegt und war schließlich zu dem Entschluss gelangt, dem Verein durch ihre Bewerbung aus der misslichen Lage helfen zu wollen. Ihre Motivation: Die Arbeit mit Menschen hat ihr ein Leben lang Freude gemacht. Mit der Leitung des Vereins erwächst ihr eine willkommene Aufgabe, um mit Schwung ins neue Lebensjahrzehnt zu starten. Ihr 70. Geburtstag steht vor der Tür: Grund für die aktive und unternehmungslustige Rentnerin, noch einmal ein neues Kapitel im Leben aufzuschlagen. Und nicht zuletzt, so erläuterte sie auch auf der Versammlung, möchte sie dem Verein etwas zurückgeben. Als Ihr Mann Richard am 17. Mai 2018 auf dem Tennisplatz einen plötzlichen Herztod erlitt, waren es die „Sportfreunde“, die ihn bis zum Eintreffen der rettenden Windacher Feuerwehr durch ihren Erste-Hilfe-Einsatz ins Leben zurückholten! Man kennt Frauke Boß als aktive Tennisspielerin – seit 1993 sind sie und ihr Mann Mitglied bei der Tennisabteilung der Sportfreunde.

Team-Arbeit und soziales Engagement

Wir wollten mehr wissen über die neue „First Lady“ beim Sportverein und besuchten sie zu Hause in der Hechenwanger Straße. Hier sitzt bereits mit einem dicken Ordner in Sachen Sportverein am Tisch: Die Arbeit hat begonnen! Frauke ist gebürtige Berlinerin und auch in der Hauptstadt aufgewachsen. Ihr Vater war evangelischer Diakon und stets für die Belange der Menschen tätig. Vom ihm erbte sie die Freude am Engagement für andere. Sie erlernte den Beruf einer Bürokauffrau und erwarb nach fortführendem Studium den Titel eines graduierten Be- triebswirts. Der Berufsweg führte sie nach Bayern, wo sie ihren Mann kennen- lernte und eine Familie gründete. Seit 42 Jahren lebt sie schon in Windach, sie hat zwei Kinder und drei Enkel. Berufliche Tätigkeiten u.a. beim Arbeitsamt und in weiteren Unternehmen der Region manifestierten ihre Freude an der Arbeit mit Menschen und im Team. Und so bringt Frauke Boß eine Menge Erfahrung mit ins neue Amt – in fachlicher und menschlicher Hinsicht. Vor allem aber hat sie einen Plan: „Ich möchte ein

Neu im Vorstand: Frauke Boß

Miteinander aller Sportarten/Mitglieder incl. Vorstandschaft erreichen. Damit wir EIN SPORTVEREIN werden. Also Fair Play für alle. Schließlich heißt der Verein Sportfreunde Windach.“ Als große Aufgabe wartet die Planung der Feier zum 100-jährigen Jubiläum des Vereins und der gleichzeitigen nachträglichen Einweihung des Sportheims auf sie. Zuerst macht sie aber eine Kennenlernen- Runde durch alle Vereinssparten: bei der Damengymnastik, bei der Schachgruppe, beim Tischtennis und, und, und… „Ich wusste ja gar nicht, wie viele verschiedene Abteilungen es bei den Sportfreunden gibt“, gesteht sie lachend!

Wir wünschen viel Glück und Erfolg.

Petra Bäuerle