Die Zukunftsmacher: Aufruf zur Jugendbeteiligung!

Aktion des Kreisjugendringes LL und der Jugendreferenten der Gemeinde Windach

Diesem Aufruf des Kreisjugendringes im Landkreis Landsberg am Lech schließen sich 2024 die Jugendreferenten der Gemeinde Windach, Markus Ertl und Ute Pontius, an. Sie werden dabei vom Bürgermeister Herr Michl unterstützt.

Jugendliche sind zurechnungsfähige und mündige Bürger:innen. Das wird in unserer Gesellschaft oftmals leider nicht so gesehen. Jugendliche haben in unserer politischen Mitte oft keinen Platz, ihre Stimme wird nicht gehört, sie dürfen nicht mitentscheiden, nicht mitwirken und nicht mitmachen. Dass bei ihnen dann Politikverdrossenheit vorherrscht, ist in diesem Fall selbstverständlich. Deswegen ist es umso wichtiger, dass es Erwachsene und vor allem Politiker:innen gibt, die unsere Jugendlichen ernst nehmen, sie zu Wort kommen lassen, sie mitentscheiden lassen und ihnen etwas zutrauen.

Da es  im Landkreis Landsberg  aktuell noch wenige Jugendbeteiligungsformate gibt, sind die Jugendreferenten  mit dem Kreisjugendring einer Meinung, dass Jugendliche auf allen Ebenen eingebunden werden und somit ihr Demokratieverständnis erweitert werden soll.

Wer sind die Zukunfstmacher?

Deshalb beginnt die Gemeinde Windach damit, Möglichkeiten zur Mitwirkung von Jugendlichen anzubieten.Dazu möchten sie zunächst das Angebot des KJR zu einem  niederschwelligen Beteiligungs- und Partizipationsformat annehmen: die Zukunftsmacher!

Die Zukunftswerkstatt ist eine von Robert Jungk und Norbert R. Müller entwickelte Methode, um auf kommunaler Ebene Menschen in Entscheidungsprozesse einzubinden.

Alle  Jugendlichen sind herzlich willkommen zu diesem Workshop. (Mit einem persönlichen Anschreiben vom Bürgermeister werden  jede und jeder Jugendliche in Windach, Schöffelding, Hechenwang und Steinebach noch eingeladen werden.)

Ablauf des Workshops:

Die Teilnehmenden werden in Kleingruppen von maximal 12 Pers. eingeteilt mit jeweils einem Moderator oder einer Moderatorin. In drei Phasen werden konkrete Lösungsansätze zu bestimmten Herausforderungen/Wünschen/Problemen erarbeitet.

Phase 1 – Kritikphase: Hier werden z.B. zu der Frage  „Was läuft in unserer Gemeinde richtig schlecht?“ alle Antworten und jede Kritik aufgenommen, erörtert, auf Moderationskarten notiert und  am Ende gemeinsam priorisiert. Die drei meist gewichteten Kritikpunkte werden mit in die nächste Phase genommen.

Phase 2 – Fantasiephase: In dieser Phase gibt es keine Grenzen, keine Gesetze, keine Regeln, kein Budget und keine Hürden. Hier darf einfach nur taggeträumt und fantasiert werden, wie man die drei Kritikpunkte aus Phase 1 lösen könnte. Auch hier werden die Ideen aufgeschrieben, anschließend gewichtet und in die letzte Phase übertragen.

Phase 3 – Verwirklichungsphase: Hier wird dann überlegt, wie  die verbliebenen Ideen  realisierbar  sind in Anbetracht von  Kosten und Regeln. Diese Überlegungen und Schlussfolgerungen stellen  das Ergebnis der Zukunftswerkstatt dar. Es kann direkt an entsprechende Verantwortliche (BM und Jugendreferente/Gemeinderäte) weitergereicht oder selbst angepackt und verwirklicht werden.

Das Ziel:
In erster Linie verfolgen die Zukunftsmacher das Ziel der Demokratiebildung, politische Prozesse zu verstehen, Partizipation zu stärken und Gemeinschaft und Zusammenhalt zu erleben. Jugendliche erleben außerdem, dass Erwachsene und Politiker:innen ihre Stimme hören, sie ernst nehmen, Interesse zeigen und der Politikverdrossenheit bei Jugendlichen entgegenwirken.

Von diesem Pilotprojekt verspricht sich die Gemeinde nicht nur kreative Ideen und neue Herangehensweisen, sondern frischen Wind  und den Mut der Jugend mit Begeisterung und unkonventionellem Denken Dinge anzupacken. Der Dialog der Generationen und gegenseitiges besseres Verständnis lohnen allein schon,  dieses Projekt auszuprobieren.

Text: Ute Pontius und Markus Ertl