Die Kartoffel-Giftpflanze des Jahres 2022

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Der botanische Sondergarten Wandsbek in Hamburg hat die „Giftpflanze des Jahres 2022“ bereits Anfang des Jahres bekanntgegeben, als Wahlergebnis von Vorschlägen, die von jeder interessierten Person eingebracht werden konnten. Bei der Wahl, die zum 18. Mal durchgeführt wurde, ging die Kartoffel als „Siegerin“ hervor.

Ziel der jährlichen Wahl ist, dass Menschen sich interessiert und kritisch mit Giftpflanzen ausein- andersetzen und dass das Wissen über Nutzung und Gefahren nicht verloren geht.
Die Kartoffel, Grundnahrungsmittel für unzählige Speise-Rezepte in vielen Teilen der Welt, sie soll giftig sein??

Ja, so ist es. „Oben“ giftig, „unten“ essbar. Mit „oben“ ist das sichtbare und für Menschen giftige Kartoffelkraut über der Erde gemeint, mit „unten“ der Wurzelteil mit den essbaren Knollen in der Erde (= Kartoffel, Erdäpfel, …).

Die wenigsten Menschen decken sich heute noch mit einer größeren Kartoffelmenge ein, um damit z. B. „über den Winter zu kommen“. Für eine notwendige Lagerung fehlen Platz/ Raum und die Lagerbedingungen, es ist heute bequemer, das ganzjährig verfügbare Handels-Angebot zu nut- zen und damit jeweils nur den kurzfristigen Bedarf einzukaufen.

Man sollte trotzdem wissen, dass eine Kartoffel nach unsachgemäßer Lagerung „austreiben kann“. Solche Triebe und grüne Stellen sind giftig, auch bereits geteilte rohe Kartoffeln können im Kühlschrank an den Schnittstellen sehr schnell giftig werden.

Wir haben einen Kartoffelbauern in Windach!


Robert Beinhofer

Die Familie Beinhofer kultiviert Kartoffeln in Windach seit Jahrzehnten und deckt aktuell mit der Ernte den Bedarf der Gaststätte Saxenhammer ab und versorgt damit auch die eigene Familie.

Windacher-Kartoffelanbau 2022

Ich habe mit Herrn Robert Beinhofer vereinbart, dass ich ihn bei den verschiedenen Arbeitsschritten für den Kartoffelanbau begleiten kann. Mein Plan ist, in den kommenden Windacher-Ausgaben Juni, August und Oktober in Text und Bild darüber zu berichten. Herr Beinhofer wird ein paar Tausend Quadratmeter Ackerfläche bewirtschaften und dazu einige Ar- beiten mit Geräten ausführen, andere auch noch manuell. Der Acker ist vom Windacher Ortskern fußläufig in 15 Minuten zu erreichen.

Entscheidende Anbauphasen sind:
-Feldvorbereitung
-die Beschaffung der Saatkartoffeln -Pflanzung der Saatkartoffel -Kartoffeldüngung -Schädlingsbekämpfung -Kartoffelernte und Lagerung
Abhängig vom Wetter könnte nach Ostern die Pflanzung erfolgen, Ende August/Anfang September die Ernte. Vielleicht gibt es in dieser Zeitspanne für einige interessierte Windacher Gelegenheit, beim einen oder ande- ren Arbeitsschritt zuzusehen und/ oder an einem kleinen Erntedankfest teilzunehmen.

Ich freue mich darauf!
Reiner Lekar