Car-Sharing für Windach – Wer hat Interesse?

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Wer heute vor der Wahl steht, ob er sich ein neues Auto anschaffen soll, dem bieten sich neben dem Erwerb eines eigenen KfZ diverse Alternativen. Neben Elektro- rädern, öffentlichen Verkehrsmitteln, oder organisierten Mitfahrgelegenheiten verbreitet sich die Car-Sharing- Idee immer mehr in ländlichen Regionen. Mittlerweile gibt es am Ammersee-Westufer drei Car-Sharing-Vereine, nämlich in Schondorf, Utting und Dießen. Beim Mobilitätsforum im Pfarrsaal (Mobi-LL) im Februar fand der Bericht vom Königsbrunner Car-Sharing viel Anklang. Dort wird das Car-Sharing-Angebot mit sozialen Fahrdiensten verknüpft, und kann bereits auf acht Jahre erfolgreiche Dienst zurückblicken. Ist die Zeit reif, dass auch in Windach ein Verein gegründet wird, um ein lokales Car-Sharing-Angebot auf die Beine zu stellen?

Gerade wer nur hin und wieder ein Auto braucht, für den ist Car-Sharing günstiger als ein eigenes Auto. Man sollte jedoch genau prüfen, ob das Angebot zu den eigenen Bedürfnissen passt:

• Car-Sharing macht nur Sinn, wenn man mit dem Auto keine täglichen Wege zurücklegen muss. Braucht man das Auto beispielsweise jeden Tag für die Fahrt zu Arbeit, dann ist Car-Sharing eher weniger angebracht.

• Die jährliche Fahrleistung sollte 10.000 km – also rund 27 Kilometer pro Tag – nicht überschreiten. Bei höheren Fahrleistungen ist Car-Sharing oft teurer als ein eigenes Auto.

• Car-Sharing lohnt sich vor allem für jene, die auch Bus, Bahn und das Fahrrad nutzen können und wollen.

Auch der Windacher Bürgermeister Richard Michl unterstützt eine Car-Sharing-Initiative in Windach: „Grundsätzlich finde ich Car-Sharing sehr gut, um die PkW-Flut etwas einzudämmen.“ In der Sitzung am 19. Mai hat der Gemeinderat über die Anschaffung eines neuen Elektro-Autos beraten und beschlossen. Außerhalb der Dienstzeiten der Verwaltungsgemeinschaft könnte dieses Fahrzeug dann dem Car-Sharing-Pool zur Verfügung stehen. Darüber muss der Gemeinderat einen eigenen Beschluss fassen, wenn das Car-Sharing-Projekt startet. Vielleicht reizt gerade das auch künftige Fahrzeugnutzer, sich so mit dem Charme eines Elektro-Autos anzufreunden.

Dass viele Ideen zu einer neuen Mobilität schon in der Mitte der Bevölkerung angekommen sind, lässt sich am Trend des Car-Sharing erkennen. Car-Sharing soll Lust auf eine andere Art der Mobilität machen. Aber es gibt noch weitere Ansätze, die andere Formen der Fortbewegung möglich machen, z.B. die neue Mitfahrerbank (hoffentlich kommt bald eine in Geltendorf), eine App für Mitfahrgemeinschaften etc.. Die zukünftige Mobilität ist ein Patchwork von verschiedenen Optionen. Ziel muss sein, eine nachhaltige Mobilität für den einzelnen bequem, einfach und funktionsfähig zu gestalten. Dass dafür ein Umdenken, neue Routinen und Modelle erforderlich sind, mag viele noch befremden. In jedem Fall kann ein solches Projekt des Autoteilens eine Keimzelle für ein neues Mit- einander und Nähe im Dorf werden. Der Umwelt und dem Klima nutzt es allemal.

Falls Sie sich mit den Details und Hintergründen beschäftigen wollen: der Bundesverband Carsharing hat einen Leitfaden erstellt für die Gründung von neuen Car-Sharing-Initiativen und auf der Webseite finden sich viele weitere Informationen: www.carsharing.de/

Haben wir Ihr Interesse geweckt, an einer solchen Ini- tiative in Windach mitzuwirken oder das Car-Sharing zu nutzen, dann freuen wir uns auf Ihre Meldung an car- sharing-windach@freenet.de. Sobald die Corona-Einschränkungen es erlauben, soll es eine Informationsveranstaltung in Windach geben. Wir freuen uns auf Ihre Reaktionen.

Josefine Anderer-Hirt