Bürgermeisterkandidaten

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„Ein gutes Miteinander fördern“

Bürgermeister Richard Michl von den Freien Wählern möchte die Diskussionskultur im Gemeinderat erneuern

 

Offen und transparent

Sven Michael Sautter, 55, Bürgermeisterkandidat von BilO/ Bündnis 90/Die Grünen, fordert eine bürgernahe Politik

Sven Sauter

Herr Michl, was möchten Sie bei einer zweiten Amtszeit als Bürgermeister erreichen?

Viele wichtige Projekte sind in meiner jetzigen Amtszeit angestoßen worden wie das Leben und Wohnen im Alter oder eine Aufwertung des Ortskerns durch die Verlagerung des Bauhofs. Deren Weiterentwicklung und Umsetzung ist mir sehr wichtig — mein Wunsch wäre, mit der Gemeinde als Bauherr. Ich bin vor sechs Jahren als Quereinsteiger in das Amt des Bürgermeisters gewählt worden, ich bin davon überzeugt, es mit meiner jetzigen Erfahrung in Zukunft noch besser ausüben zu können. Ich habe viele positive Begegnungen mit den Bürgern gehabt und sehr viel Zustimmung bekommen, wofür ich sehr dankbar bin.

Welche Ziele sind Ihnen besonders wichtig?

Besonders liegt mir am Herzen, die Diskussions- und Entscheidungskultur im Gemeinderat auf eine neue Verständigungsebene zu heben. Und ein fraktionsübergreifendes Leitbild für die Gemeinde entwickeln, damit sich die einzelnen Maßnahmen, wohin und wie sich Windach die kommenden Jahre und Jahrzehnte entwickeln soll, zukünftig zielgerichteter und rascher angehen lassen.

Was sind die nächsten Vorhaben der Freien Wähler?

Wir haben einiges erreicht, worauf wir stolz sind, etwa das erfolgreiche Bürgerbegehren für unsere Wassernotversorgung, die Realisierung des Maro-Mehrgenerationen-Hauses, den Erwerb des Gasthofs am Schloss und vieles mehr. Wir möchten attraktiven bezahlbaren Wohnraum schaf- fen sowie ein Gewerbegebiet für das ortsansässige Handwerk, weiter die CO2-neutrale Stromversorgung für die Gemeinde, aber auch ein Sozialbüro und die Einrichtung eines Gemeindebusses. Dabei ist mir aber wichtig, dass trotz der vielen Veränderungen der Charakter der Gemein- de erhalten bleibt, damit sie nicht ausufert wie manche Orte rund um München. Wir müssen weiter de ken als nur 10 oder 30 Jahre. Auch die nächsten Generationen brauchen Luft zum Atmen. Und wir sollten stets bedenken: Wir brauchen die Natur und nicht die Natur uns.

Wie würden Sie die Gemeinde Windach einem Fremden in wenigen Sätzen vorstellen?

In unserer Gemeinde überwiegt ein gutes Miteinander, sie ist weltoffen, aber ländlich geprägt. Die Ortsteile Hechenwang, Schöffelding und Windach haben durchaus ihren eigenen Charakter bewahrt, was ich auch völlig richtig finde.

Haben Sie ein bestimmtes Lebensmotto oder eine Lebensphilosophie?

Toleranz und Menschlichkeit leben! Mein Anspruch ist es, ein gutes Miteinander zu fördern, dazu gehört zum Beispiel auch, das Ehrenamt auszubauen und vor allem von gemeindlicher Seite zu unterstützen.

Verraten Sie uns ein paar private Details?

Ich bin verheiratet, habe vier Kinder und schon eine Enkelin. Als Gründungsmitglied beim Förderverein Isola Rizza bin ich seit über 30 Jahren aktiv bei der italienischen Nacht und leiste da gerne meinen Beitrag. In meiner Freizeit bin ich gerne mit dem SUP-Board auf dem Ammersee oder beim Laufen, Radeln oder Bergwandern.

Wo sind Sie in Windach besonders gerne?
An der Windach beim Kneippen – und auf unserem Balkon unterm Walnuss- baum.

Ihre Botschaft an unsere Leser?

Rücksicht nehmen, tolerant sein und auch mal über den Tellerrand hinaus- schauen. Ich versuche, das vorzuleben und diesen Spirit weiterzugeben.

Interview: Martina Knake und Bettina Buschbeck Foto: Bettina Buschbeck

Link Freie Wähler: www.fw-windach.de

Herr Sautter, was wollen Sie besser als Richard Michl machen?

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich von den Begriffen „besser“ oder „schlechter“ nichts halte. Persönlich halte ich Herr Michl für einen sehr netten Menschen! Wenn wir etwas anders machen können, dann betrifft es das Thema Kommunikation: Warum kann nicht jedes halbe Jahr eine Bürgerversammlung stattfinden, auf der die Bürger über Folgendes informiert werden: Was haben wir vor? Wo stehen wir bei be- stimmten Projekten? Wie kommt das bei den Bürgern an?

Ich möchte aus dem Rathaus ein Glashaus machen. Offen und transparent.

Was ist schief gelaufen?

Beispiel Notwasserversorgung, zu der wir einen Bürgerentscheid hatten. Auf der einen Seite gilt er als totaler Erfolg, auf der anderen Seite als „Unfall“. Für mich ist das der kommunikative Super-GAU innerhalb des Gemeinderates gewesen. Der Bürgermeister war nicht in der Lage, zwischen Gemeinderäten und der Kommune zu vermitteln. Er hat sich, wie so oft, aus den Sachen herausgehalten.

Welche Ziele sind für Sie am wichtigsten?

Wir sollten unverzüglich die Themen anpacken, bei denen Konsens besteht, wie, Tempo 30 für alle Ortsteile, ein neues Gewerbegebiet, Bau von Wohnungen und Ausweis eines Baugebietes im Einheimischen Modell.

Darüber hinaus liegen mir die Themen, Radweg nach Geltendorf, Tempo 120 auf dem Windacher Autobahnteilstück und Bürgersolarpark am Herzen.

Warum haben Sie sich entschlossen bei der Gestaltung der Gemeinde aktiv mitzu- wirken?

Wenn Sie drei Jahre bei den Gemeindewerken Windach arbeiten,
bekommen Sie einen guten Einblick in das, was im Gemeinderat, in den Gemeindewerken und im Rathaus funk-
tioniert und was nicht. Ich finde es
nicht gut, wenn sechs Jahre lang
am Bürgermeister herum genörgelt
wird, aber keiner sagt: Dann mach‘
ich es! Und deshalb verstehe ich meine Kandidatur als ein Angebot an die Windacher, es anders zu machen und das als unabhängiger Kandidat!

In Windach gibt es einige schöne Ecken. Was ist Ihr Lieblingsplatz?

Einer meiner Lieblingsplätze in Ober- windach ist der Streuobstwiesenstreifen und die Wiese beim Schneider Erich. Traumhaft schön ist die Windach unten am Sportheim.

Wie würden Sie die Gemeinde Windach einem Ortsunkundigen in wenigen Sätzen vorstellen?

Ich würde sagen, dass es eine bayerische Gemeinde ist, wie man sie sich vorstellt: mit Kirchturm, Rathaus, Wirtschaft. Wo das Leben noch in Ordnung ist, die aber auch zukunftszugewandt ist. Und hier gibt es ein hohes bürgerliches Engagement, wie das Organisieren von Festen, die morgendlichen Schulweghelfer und der Umgang mit Flüchtlingen zeigen.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Ich finde den Satz „Wir schaffen das!“ richtig gut. Wenn er ins Englische übersetzt wird, heißt es „Yes, we can!“, dann ist er sofort aktuell. Wenn wir in der Gemeinde etwas bewegen wollen, dann können wir das. Manchmal müssen eben auch dicke Bretter gebohrt werden. Im Übrigen finde ich den Satz fürs Private auch richtig.

Welche Hobbys pflegen Sie?

Ich wandere gerne in den Ammergauer Alpen und segele regelmäßig auf dem Ammersee.

Interview & Foto: Stefan Raab

LinkBilo: www.bilo-windach.net/Windach Link Bündnis90/Die Grünen: http://ov-vg-windach.gruene-ll.de/