146 – Großes Theater in Windach

Wer hätte das gedacht, erst im Oktober 2018 folgten einige Begeisterte dem Aufruf von Franz Künzner zur Gründung einer Theatergruppe und schon im April 2019 gab es die Premiere der ersten Aufführung. Um es gleich vorweg zu sagen, es war ein voller Erfolg, so die einhellige Meinung der zahlreichen Besucher. Bei beiden Aufführungen war der Pfarrsaal rappelvoll und die Begeisterung der Besucher riesengroß. Die Auswahl des Stückes „Nehmen ist seliger denn geben“ war sehr gut, eine ausgesprochen gelungene und unterhaltsame Kriminalkomödie mit einigen schrägen Gestalten und jeder Menge italienischem Flair. Obwohl die neue Bühne im Pfarrsaal für Theateraufführungen eher ungeeignet ist, gelang es der Truppe trotzdem, eine perfekte Inszenierung zu abzuliefern. Es bleibt zu hoffen, dass dieser grandiosen Premiere noch viele weitere Vorstellungen folgen werden. Das schauspielerische Potenzial dieser Truppe gib zu dieser Hoffnung auf jeden Fall Anlass. Es war schon beeindruckend, wie die Schauspieler in

Theater Windach

dieser kurzen Zeit ihre Texte gelernt hatten und trotz ellenlanger Dialoge die Souffleuse Gertrud Cardoso fast arbeitslos machten. Angefangen bei Sabine Barm als Mutter Genista, die mit ihrer Darbietung problemlos mit der Mutter Oberin aus „Um Himmels Willen“ konkurrieren könnte. Bezaubernd auch Katharina Knake als hübsche und verliebte Schwester Dulcia. Besonders keck und witzig war Susanne Maier als Schwester Culina. Eine Paraderolle spielte Bettina Sunder-Plassmann als leicht sprachgestörte Schwester Pecunia. Ein wahrer Wirbelwind auf der Bühne war Rudi Sack als der große Patrone Giacomo, ein ziemlich erfolgloser Bankräuber. Einen brutalen Killer mit einer Wasserpistole spielt Christian Kreitner als Nick, der am liebsten den Fahrer des erfolglosen Trios, Angelo, umbringen will, gespielt von Denis Schupp. Auch die Kommissarin Valuzzi, gespielt von Renate Becker brillierte in ihrer Rolle als Hüterin des Gesetzes, zusammen mit Inspektorin Rossi, gespielt von Nani Hochleitner ließen das Publikum lange im Unklaren, wer denn eigentlich die Bankräuber waren. Herauszufinden, wer bei der Policia Communale der Maulwurf ist, war die Aufgabe einer Kommissarin der Policia Nationale als eingeschleuste Schwester Patricia, alias Peregrina, gespielt von Claudia Dzsida.

Passend dazu war auch der gelungene Auftritt des Windacher Männerchors. Mit ihrer eigenwilligen Interpretation des Welthits von Leonhard Cohens „Halleluja“ und auch des bekannten österreichischen Schlagers „Banküberfall“ fanden sie die ideale musikalische Begleitung zu diesem Theaterstück.

Alle, ohne Ausnahme, haben ihr Debüt als Schauspieler mit Auszeichnung bestanden und uns sehr viel Freude bereitet. Bewundernswert war nicht nur die Textsicherheit, sondern auch das schauspielerische Talent aller Mitwirkenden. Der nicht enden wollende Beifall war der verdiente Lohn für eure Leistung.

Für uns Windacher bleibt die Hoffnung, dass die Begeisterung für die neue Theatergruppe Euch ermutigt hat, weiter zu machen.

Otto Brösdorf