142 – Bürgerentscheid gemeindeeigene Notwasserversorgung

Liebe Windacher, Schöffeldinger und Hechenwanger Bürger.
Trinkwasser ist unser wertvollstes Lebensmittel und durch nichts zu ersetzen! Der Grundwasserschutz nimmt daher, mit Blick auf die Ressource Trinkwasser, auch für die nächsten Generationen, die zentrale Rolle ein. Die Trinkwasserqualität hat dabei absoluten Vorrang!

Unsere bisherige Wasser- Hauptversorgung durch die 2 Brunnen in Windach ist laut Wasserrechtsbescheid bis 2041 gesichert. Diese Brunnen liefern ausreichend Wasser in guter Qualität. Die hervorragend niedrigen Nitratwerte liegen bei 7,0 Milligramm per Liter und 16,5 mg/Li.

In der EU hat Deutschland nach Malta die höchste Nitratbelastung des Grundwassers!
Der in der EU und Deutschland vorgeschriebene Nitrat-Grenzwert liegt bei 50mg Nitrat pro Liter für Trinkwasser. Deutschland hat in der Vergangenheit zu wenig gegen Nitrat im Wasser getan, deswegen hat die EU-Kommissiongeklagt und 2018 von dem Europäischen Gerichtshof Recht bekommen.

Laut Umweltbundesamt ist für den Großteil der Nitrateinträgedie Landwirtschaft verantwortlich. Jauche, Gülle, Mist oder Gärreste aus Biogasanlagen werden meist vor Ort ausgebracht. Bei Überdüngung können die Pflanzen und Böden nicht alles aufnehmen. Nitrat wird dann mit dem Niederschlagswasser ins Grundwasser transportiert.

Zuviel Nitrat im Wasser ist vor allem für Schwangere und Säuglinge gefährlich. Nitrat kann im Körper zu gesundheitsschädlichem Nitrit umgewandelt werden. Aus diesem Grund fordert die EU-Grundwasserrichtlinie, dass bei Erreichen von 37,5mg/Li Nitrat Gegenmaßnahmen ( also eine Trendumkehr) einzuleiten sind!

Diese Probleme haben wir bei den Windacher und dem Schöffeldinger – Notwasser- Brunnen nicht! Die Werte liegen bei 7,0 mg/L für Hauptbrunnen 1, 16,5 mg/L. für Hauptbrunnen 3 und 19,9 mg/Li. Bohrung Schöffelding . (Auskunft Labor Dr. Blasy)

Bayern setzt auf dezentrale Trinkwassergewinnung und Versorgung. Die drei Gemeinden Eresing, Finning und Windach haben deswegen jeweils eigene Brunnen für die Hauptversorgung, was auch Sinn macht.

Dagegen wollen sie bei der Notversorgung einen gemeinsamen Brunnen in Westernschondorf. Dies bedeutet für Windach Abhängigkeit und Verlust der Eigenständigkeit bei der Wasserversorgung und Qualität.

Gemäß Wasserhaushaltsgesetz §50 ist der Wasserbedarf der öffentlichen Wasserversorgung vorrangig aus ortsnahen Wasservorkommen zu decken. Der Schöffeldinger Brunnen ist nur ca. 2,6 km vom Windacher Wasserhochbehälter  entfernt, geschützt durch ein Wasservorranggebiet im Wald.

Die Entfernung Westernschondorf bis Windach beträgt ca.11 km , ist also 4x weiter als der Schöffeldinger Notbrunnen. Nach Auskunft des Wasserwirtschaftsamt Weilheim ist der Westernschondorfer Brunnen nicht durch ein Wasserschutzgebiet oder Wasservorranggebiet geschützt!

Der Nitratwert dieses Brunnen mit 37,7 mg/L ist fast doppeltso hoch wie der Schöffeldinger Wert mit 19,9 mg/Li.
Der Windacher-Schöffeldinger Notwasserbrunnen bringt folgende Vorteile:

Gesundes Trinkwasser mit niedrigem Nitratgehalt von19,9 mg/Li !
Besserer Schutz durch Wasservorranggebiet!
Kürzere Wasserleitung , nur ca. 2,6 km entfernt

Für die Planung der Wassernotversorgung hat Windach mehr Zeit (laut Wasserrechtsbescheid 2041) als die anderen Gemeinden.
Konkrete Berechnungen liegen für beide Varianten nicht vor. Es gibt nur grobe Schätzungen. Ein Kostenvergleich der Fa. Blasy vom Herbst 2017 ergab folgendes:

Für den Brunnen Wassernotversorgung Westernschondorfwurden ca 3,05 Millionen € für die 3 Gemeinden genannt, davon hätte Windach einen Anteil von 36% = ca. 1,10 Mio.€ zu zahlen.

Nach diesem Kostenvergleich der Fa. Blasy würden für deneigenen Schöffeldinger Notwasserbrunnen ca. 1,963 Mio €anfallen. Blasy hat dabei mit einer Leitungslänge von 5 km gerechnet. Die von uns gemessene Leitungslänge beträgt aber nur 2,6 km, somit fallen für die Gemeinde Windach nach unserer Berechnung 1,560 Mio € an und nicht 1,963 Mio €

Der eigene Schöffeldinger Notbrunnen kostet ca. 460.000 €mehr. Dafür haben wir aber besseres Wasser mit einem deutlich niedrigerem Nitratgehalt von 19,9 mg/Li. gegenüber Westernschondorf mit 37,7mg/Li.

Durch Verwendung als Notbrunnen entnehmen wir wenig Wasser und gehen sparsam mit unseren Grundwasser-Ressourcen um, zum Wohle unserer Kinder, Enkelkinder und den folgenden Generationen.

Gerade der leider hinter uns liegende sehr heiße und trockene Sommer und die Prognosen über weitere Erderwärmung und Dürreperioden zeigen uns wie wichtig es ist, eigenverantwortlich mit unserem Wasser um zu gehen.

Große Städte und Großverbraucher sehen sich schon nach Erschließung neuer Trinkwasserquellen um. Mit Ihrer Zustimmung für den Schöffeldinger Brunnen können wir einen Zugriff vermeiden und unsere Versorgung sichern. Eigener Herd ist Gold wert! Dies gilt auch für das Lebensmittel Nummer eins, unser Trinkwasser.

Sie können am 14.10.2018 persönlich oder vorher per Briefwahl beim Bürgerentscheid und der Stichfrage über die Zukunft unserer Wassernotversorgung entscheiden.
Geben Sie Ihr JA Kreuz dem Windach- Schöffeldinger Notbrunnenbrunnen!

Danke!

Vertreter der Interessengemeinschaft
„Gemeindeeigene Trinkwasser Notversorgung durch einen eigenen Brunnen in Schöffelding“
Ludwig Nüssel, Maria Dörner, Gerd Neugebauer, Matthias v. Kleinsorgen, Hans Dörner, Dr. Adolf Gebhardt